Online-Schnapsen: Eine Einführung in das beliebteste Kartenspiel der Österreicher

Hand mit Schnapskarten Schnapsen ist eines der beliebtesten Kartenspiele der Österreicher.

Einer hat immer das Bummerl! Aber: Was ist ein Bummerl überhaupt? Und wieso werden Bummerl heutzutage immer öfter in digitaler Form verteilt? Dies und noch mehr verrät Ihnen diese kleine Einführung in Österreichs beliebtestes Kartenspiel.

Ein Spiel mit langer Tradition

Hand mit Schnapskarten
Schnapsen ist eines der beliebtesten Kartenspiele der Österreicher.

Der Begriff „Bummerl“ stammt aus dem Schnapsen.

Hierbei handelt es sich um ein Kartenspiel der sogenannten Bézique-Familie, der unter anderem auch Pinochle und Klaberjass zugerechnet werden. Unter dem Namen Bézique war das Spiel zwischen dem 19. und 20. Jahrhundert vor allem im Vereinigten Königreich und in Frankreich populär. Unter anderem galt Bézique als absolutes Lieblingsspiel des ehemaligen britischen Premierministers Winston Churchill.

Vermutlich liegen die Wurzeln des Schnapsens aber noch viel weiter in der Vergangenheit, etwas weiter östlich vom Vereinigten Königreich. Genauer gesagt in der deutschen Stadt Paderborn. Einigen Historikern zufolge wurde das Spiel Sechsundsechzig bereits 1652 in einer kleinen Eckkneipe namens „Am Eckkamp Nr. 66“ erfunden und trat von dort aus seinen europaweiten Siegeszug an.

Das kann durchaus so gewesen sein. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass sich eine Form des Kartenspiels bereits zuvor bei einigen Spielgemeinschaften durchgesetzt hat und laufend adaptiert wurde, bis man sich auf die bekannten Regeln einigte.

Fakt ist jedenfalls, dass das Spiel im Leipziger „Frauenzimmer-Lexikon“ von 1715 erstmals schriftlich erwähnt wurde. Allerdings unter dem Namen „Mariage“, was übersetzt „Hochzeit“ bedeutet.

Über den Ursprung der Bezeichnung „Schnapsen“ scheiden sich bis heute die Geister. Eine wahrscheinliche Erklärung besagt, dass es sich um eine Ableitung des Wortes „Schnappen“ handelt, das „mit Trumpf stechen“ bedeutet.

Die andere Theorie beruht auf der Tatsache, dass oft um ein alkoholisches Getränk gespielt wurde. Nicht selten handelte es sich dabei um Schnaps. Daran hat sich bis heute nichts geändert, gerade beim Spiel im Wirtshaus, im Beisl oder in der Kneipe steht zumeist ein „Schnapserl“ auf dem Spiel. Ergo der Name Schnapsen.

Bis heute ist das Spiel in weiten Teilen von Europa, vor allem aber in Österreich und Ungarn sehr beliebt. In der Alpenrepublik hat sich vor allem der Wiener Spielefabrikant Piatnik um das Spiel verdient gemacht.

Wenn Sie mehr über die historische Entwicklung erfahren möchten, empfehle ich Ihnen einen Blick in das Schnapsen-Magazin von Piatnik, das Sie unter diesem Link finden: https://www.piatnik.com/magazin/schnapsen-magazin

 

Stich, Trumpf und Co.: eine kurze Regelkunde

Die Regeln des Kartenspiels wirken auf den ersten Blick komplizierter, als sie sich in der tatsächlichen Umsetzung erweisen. Schnapsen kann man entweder zu zweit, zu dritt oder zu viert spielen. In der Vier-Spieler-Variante, die in Österreich als Bauernschnapsen bekannt ist, treten jeweils zwei Spieler gemeinsam in einem Team an.

Gespielt wird jeweils mit einem Deck aus zwanzig Karten, wobei beim Austeilen zu Beginn eine Trumpf-Farbe bestimmt wird, die in der jeweiligen Runde über alle anderen zu stellen ist.

Ziel des Spiels ist es, als erster Spieler mindestens 66 Punkte zu erreichen. Die benötigten Punkte werden mithilfe von Stichen und Ansagen gesammelt, wobei die in den Stichen enthaltenen Karten gezählt werden.

Diese 66 Punkte sind jedoch nur der erste Schritt zum Sieg. Hat ein Spieler diese Punktanzahl erreicht, bekommt er wiederum Siegespunkte. Gesamtsieger ist der Spieler, der zuerst 7 Siegespunkte verbuchen konnte.
Beim Bauernschnapsen wird übrigens nicht bis 7, sondern bis zu 24 Siegespunkten pro Team gespielt.

… und was ist nun ein Bummerl?

Ein Bummerl ist ein Schlechtpunkt, den der jeweilige Verlierer des Spiels zugeschrieben bekommt. Hat er während einer Runde überhaupt keinen Punkt erspielt, erhält er sogar zwei Bummerln.
Das Bummerl ist eine urösterreichische Erfindung, zumindest dem Namen nach. Der Ausdruck stammt aus einer Zeit, als beim Schnapsen nicht um kleine Getränke, sondern um ganze Bierfässer gespielt wurde. Der umgangssprachliche Ausdruck für diese Fässer lautet – sie werden es sicherlich erraten haben – Bummerl. Heutzutage wird mit dem Begriff aber in erster Linie mit „Pech“ und nicht mit Bier verbunden.

Eine genauere Erläuterung der wichtigsten Regeln erhalten Sie in diesem Video, das in einfachen Worten und Bildern den Ablauf des Spiels erklärt:

Eine ausführliche Regelkunde zum Schnapsen in schriftlicher Form finden Sie indes unter diesem Link:
https://schnopsn.com/schnapsen-regeln

 

Online-Schnapsen liegt im Trend

Die vergangenen Monate haben das spontane Spiel ums Bummerl im Gasthaus, aber auch in privater Runde praktisch unmöglich gemacht. Doch auch in Zeiten der Corona-Pandemie mussten leidenschaftliche Kartenspieler nicht auf ihren Schnapser verzichten.
Denn zum Glück gibt es heutzutage gleich mehrere Möglichkeiten, um in digitaler Form gegeneinander zu spielen. Alles, was Sie dafür brauchen, ist ein Handy, ein Tablet oder ein Computer mit Internetanschluss.
Im Netz ist das Spiel um kleine Geldbeträge ebenso möglich wie das Spiel zum reinen Zeitvertreib. Tatsächlich werden inzwischen sogar ganze Turniere ausgespielt, zu jeder Tages- und Nachtzeit und mit Teilnehmern aus der ganzen Welt.

Ranglisten und Turniere

Das Online-Spiel ist keine neue Erfindung. So erfreut sich die Handy-App des österreichischen Marktführers www.Schnopsn.com seit mehr als zehn Jahren großer Beliebtheit. Die Pandemie hat allerdings für einen regelrechten Boom im digitalen Schnapsen gesorgt. So wurde die erwähnte App allein in Österreich bereits mehr als eine Million Mal heruntergeladen.

Entsprechend groß ist auch das Spielerpotenzial. Und das Beste: Die App ist völlig kostenlos im Apple App Store, in der Huawei AppGallery sowie für Mac und Windows erhältlich. Versteckte Gebühren gibt es keine, die Nutzung kostet keinen Cent.

Einzelspiele sind ebenso möglich wie die Teilnahme an den zuvor erwähnten Turnieren. Für jede gewonnene Partie gibt es Punkte, wie im Wirtshaus. Diese Punkte verschwinden allerdings nicht, sondern werden gespeichert. Je mehr Punkte gesammelt werden, desto höher fällt Ihre Platzierung in der entsprechenden Rangliste aus. Unterschieden wird zwischen der Tages-, Wochen- und Monats-Rangliste.

Auch Geldgewinne sind möglich

Beliebt ist auch das Spiel um kleine Geldbeträge. Mit Schnopsn Cash gibt es hierzu eine eigene Online-Anwendung, die unabhängig von der zuvor erwähnten App genutzt werden kann. Die Höhe des Einsatzes wird hierbei von jedem Spieler selbst bestimmt, er kann von wenigen Cent bis hin zu kleineren Eurobeträgen reichen.
Das Risiko ist aufgrund der geringen Höhe der Beträge überschaubar, zudem wird jedem Spieler bei Neuanmeldung ein Guthaben von 3 Euro geschenkt.

Trotzdem empfiehlt sich für Neulinge der Einstieg mittels Gratis-App, um erst einmal ein Gefühl für das Spiel zu bekommen.